Weihnachtsgeschichte 2022
Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu!
Wir sind dankbar für all die schönen, herzergreifenden und unvergesslichen Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen.
Für die Welt war 2022, ein von schrecklichen Ereignissen geprägtes Jahr. Für uns war es wahrscheinlich DAS schönste Jahr und wir hoffen, dass Jeder von euch ebenfalls schöne Momente mit diesem Jahr verbinden kann.
Ich sprach zu Anfang von herzergreifenden Begegnungen. Von einer dieser Begegnungen möchte ich heute gerne erzählen.
Es geht um unseren Strolch!
Er wurde letztes Jahr einen Tag vor Weihnachten von seiner drogenabhängigen Besitzerin mehr oder weniger bei uns ausgesetzt/abgegeben. Und das nur, weil er bereits schon ca. 16 Jahre alt war und das ein oder andere Wehwehchen hat. Strolchi begleitet uns nun jetzt schon seit einem Jahr und wir sind jeden Tag gerührt, beeindruckt und mehr als verliebt in diese liebevolle, aufgeweckte und sanftmütige Seele des kleinen Kerls.
Der kleine Mann war aber nicht immer so zahm wie er es jetzt ist. Anfangs wollte er sich nur bedingt anfassen lassen. Wenn man ihm zu nah kam, zeigte er dies sehr deutlich und an Kuscheln, Baden oder Kämmen war nicht zu denken. Er legte in diesen 365 Tagen also eine 180 Grad Wendung hin und ist nun zu dieser treuen Seele geworden.
Kurz vor Silvester entfernten wir ihm einige Zähne und per Ultraschall waren wir uns sicher, dass Strolch einen großen Lebertumor hat. Schnell war klar, dass uns nicht noch ewig Zeit mit ihm bleiben wird. Stattdessen war es uns einfach nur wichtig, dass er noch schöne Tage, Wochen oder auch Monate bei uns verbringt.
Mitte Mai kontrollierten wir erneut den vermeintlichen Lebertumor per Ultraschall und siehe da. Die Leberveränderung war verschwunden. Die Wahrscheinlichkeit das soetwas passiert, geht quasi gegen 0. Wir freuten uns und scherzten herum, dass unser Strolchi Polchi nun 100 Jahre alt werden würde.
Kurz darauf konnte Strolch weder seinen Kot noch den Urin kontrolliert absetzen, sodass wir in der Tierklinik in Elversberg vorstellig wurden. Auch dort konnte man nicht wirklich eine Ursache für dieses Problem finden. Vermutet werden mehrere Tumore an der Wirbelsäule, die Nervenbahnen abklemmen und so das Kontrollieren seines Geschäfts verhindern.
Strolch war ansonsten jedoch total fit, sprang herum und freute sich seines Lebens. Wir standen nun vor der großen Frage: Und jetzt?
Für uns war eigentlich immer klar, dass Tiere mit Windel aufgrund von Schamgefühlen kaum noch Lebensqualität haben und es ethisch nicht vertretbar ist, einen Hund über längere Zeit mit einer Pampers herum laufen zu lassen.
Anders war es bei Strolch. Er hat überhaupt kein Problem mit seinen Windeln. Ganz im Gegenteil, er freut sich jedes Mal beim Wechseln der Windel und steht schon immer bereit, wenn es Zeit dafür ist. Kann man so einen lebensfrohen und glücklichen Hund also nun Einschäfern, nur weil man zuvor so ein Leben als ethisch nicht vertretbar sah?
Wir finden NEIN! - Es ist in unseren Augen viel wichtiger zu differenzieren und individuell auf die Bedürfnisse des Tieres einzugehen.
Also war die Entscheidung: Strolch bleibt, so lange er möchte und sobald wir das Gefühl bekommen sollten, dass er sich quält, kann man diese Entscheidung immer noch treffen.
Pölschi wurde also mit Medikamenten eingestellt, hat Windeln an und genießt jeden Tag als wäre es sein Letzter.
Nach kurzer Zeit mit den Medikamenten hatte er jedoch immer wieder kurze Anfälle, während denen er aus dem Nichts umfiel und kurze Zeit später wieder aufstand.
Wir veränderten die Medikamte und uns war sicher, dass es ggf. bald dem Ende zu ging. Mittlerweile war es September geworden und vor Allem ich machte mir Gedanken, was mit ihm sein würde, wenn ich aufgrund der Geburt unserer Tochter im Krankenhaus sein werde. Strolch ist nämlich ein absolutes Mamakind, was ich natürlich sehr genieße aber in dieser Situation als unheimlich belastend empfand. Alleine wenn ich für wenige Stunden das Haus verlasse, sucht er mich und freut sich bei meiner Rückkehr, als wäre ich Jahre verschwunden gewesen.
Eine andere Lösung, als dass er die Tage einfach ohne mich schaffen muss und ich mich bemühe, so schnell es geht, wieder nach Hause zu kommen, gab es demnach nicht.
Morgens vor dem Kaiserschnitt verabschiedete ich mich von meinem Herzchen, gab ihm einen Kuss und flüsterte ihm mit weinender Stimme zu: „Ich bin in ein paar Tagen wieder da und dann lernst du endlich die kleine Lou kennen, auf die du doch so lange gewartet hast.“
Zum Glück brachte er die Tage, Dank Jannes liebevoller Betreuung gut rum und als wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden, dachte ich ein junger Hund steht vor uns. Seitdem unsere kleine Lou zu Hause ist, bekommt er weder Medikamente, noch Schmerzmittel noch hat er Anfälle und er geht sogar wieder längere Spaziergänge mit.
Und jetzt feiert er sogar sein einjähriges Jubiläum bei uns, von dem wir im Mai geglaubt hatten, dass er dies niemals erleben darf.
Strolch ist der Beweis dafür, was uns Hoffnung, Liebe und Spaß geben kann und zu was wir im Stande sein können.
Wir sind dankbar für jeden Tag mit ihm und sind sichtlich begeistert, wie liebevoll er mit unserer kleinen Lou umgeht und sich so arg an ihr erfreut.
Strolch ist unser Weihnachtswunder!